Bericht Kurier Roland Pittner

Tierpräparator: Ein Haustier für die Ewigkeit

Ein Blick aufs Foto, dann geht der Blick wieder in Richtung Hund. Mehrere Nadeln stecken rund um die Schnauze im Fell des Tieres. 15 Jahre war der Yorkshire Terrier alt. Er soll weiterhin im Wohnzimmer der Besitzerin "Sitz machen". Konzentriert setzt Erwin Kappel seine Spachtel an und verschiebt das Fell des Hündchens. "Der Gesichtsausdruck muss passen", sagt der Tierpräparator und richtet das Auge des Yorkshire Terriers aus. Die Kunst, Tiere zu konservieren und wieder lebensecht in Form zu bringen, hat er von der Pike auf gelernt. "Mit 15 habe ich die Lehre begonnen, mit 19 habe ich mich selbstständig gemacht", sagt Kappel, der ein Atelier in Stadtschlaining im Südburgenland betreibt und eine Außenstelle im steirischen Kammern. Von der Giraffe über Elefanten bis hin zur Hauskatze reicht das Spektrum seiner Arbeit. Zu den Kunden zählen Jäger, Sammler und auch Tierschützer.

Trophäen

Die meisten Präparate sind für Jäger, die ihre Trophäen von Auslandsreisen verewigt haben wollen. Zu den Kunden zählen auch Sammler, ebenso wie jene, die sich gerne ihr Haustier für immer ins Zimmer stellen wollen. "Wir machen Hunde, Katzen, Papageien oder Wellensittiche, auch ein Pferd hab’ ich schon präpariert", sagt Kappel.

Haustiere seien eine besondere Herausforderung, die Körper werden genau vermessen. Mehrere Stunden werden mit der Modellierung verbracht, auf Fotos und Videos wird die Mimik der Tiere studiert und beim Präparat dann umgesetzt. "Für einen kleinen Hund wie den Terrier brauche ich rund 30 Stunden", sagt Kappel. Alles ist dann konserviert und mit Mottenschutzmittel eingelassen, damit der Hund wieder nach Hause kann. "Die meisten Leute wollen das Tier in schlafender Pose haben, damit sie es wieder ins Körberl legen können", sagt Kappel. Passt man nicht auf das Präparat auf und stellt es in die Sonne, kann es ausbleichen. "Es braucht wie ein Ölgemälde Pflege", sagt Kappel.

Kundenwünsche

Da nur Haut und Fell verwendet werden, nehmen die meisten Kunden, den Tierkörper mit nach Hause, "der wird dann eingegraben, einige lassen ihn verbrennen und andere lassen aus der Asche einen Diamanten pressen", weiß Kappel. Jedem Kundenwunsch wird entsprochen. Eine Katze kostet um die 800 Euro, ein Yorkshire Terrier ebenfalls. "Haustiere sind im Vorhinein zu bezahlen", sagt der Unternehmer, denn bis zur Fertigstellung dauert es oft fünf Monate. Wenn dann ein neuer Hund eingezogen ist, "wollen viele das Präparat nicht mehr. Man muss es sich vorher schon gut überlegen." Für größere Tiere kann der Preis schnell mehrere tausend Euro ausmachen. Die Jagdtrophäen kommen aus aller Welt nach Schlaining und gehen "fast" lebendig zurück zu den Kunden.

Kappels eigener Hund sitzt in der Werkstatt – lebendig – und schaut ihm bei der Arbeit zu. Ihn würde er nicht präparieren wollen. "Das könnte ich gar nicht, meinen Hund aufschneiden", sagt Kappel und arbeitet weiter am Gesichtsausdruck des Terriers.

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